Ein Projekt über die Großelterngeneration von KünstlerInnen der Fotografieklasse Tina Bara, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

 

 

Der Titel der Ausstellung „So jung kommen wir nicht mehr zusammen…“, ein klassischer Großelternspruch, ist einem Song der Rockband Tocotronic entliehen. 22 junge KünstlerInnen der Fotografieklasse Tina Bara, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, stellen die Generation ihrer Großeltern ins Zentrum ihres Interesses. Mit ihren Arbeiten schaffen die FotografInnen Schnitte durch die Großelterngeneration. Doch wie kann das Medium Fotografie Antworten auf die so komplexe Frage nach der Großelterngeneration geben?  So viel ist sicher und von den Arbeiten der Ausstellung eindrucksvoll belegt: die Antworten sind überraschend, anregend und manchmal auch verstörend; und so vielfältig wie die Herangehensweise der FotokünstlerInnen, die sich ihrer bedienen.

Die Beiträge der Ausstellung spiegeln mal mehr und mal weniger die sehr persönlichen Alltagserkundungen der Großelterngeneration durch die Enkelgeneration. Seismografisch zeichnen die FotokünstlerInnen die individuellen Geschichten der Großeltern auf. Inhaltlich fokussiert das Projekt nachfolgende Themenschwerpunkte: Erinnerung und Geschichte (Deutschland, Faschismus, Krieg und Nachkriegszeit); Lebensgestaltung und Lebenshaltung (Alltägliches Umfeld, spezifische Tätigkeiten); Körpersprache und Selbstbehauptung; Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit und Herkunft. Medial ist das Projekt weit gefasst und erstreckt sich auf die Bereiche künstlerische Fotografie, Film, Video und Installation.

Was aber bleibt uns von den Spurensicherungen der Ausstellung? Abbilder einer Generation, Embleme einer Großelterngeneration und etwas, das als Erbe zu bezeichnen ist. Wie man Erbe annimmt und bewahrt, indem man ihm mit den Mitteln der künstlerischen Fotografie etwas hinzufügt, kann man beim Betrachten der Ausstellung nachhaltig erleben.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog herausgegeben von Stefan-Maria Mittendorf und Tina Bara.

 

Teilnehmende Künstler/innen: Sven Bergelt, Katja Bilo, Katrina Blach, Georg Brückmann, Kathleen Busies, Thomas Dachs, Josephine Freiberg, Susanne Huth, Bettina Hutschek, Oxana Jad, Susanne Kaiser, Katia Klose, Paula Muhr, Julia Müller, Marcel Noack, Karin Peyker, Arne Reimer, Alexander Schmidt, Sandra Schubert, Juli Sing, Yvonne Standke, Eric Strelow.

 

Kurator: Stefan-Maria Mittendorf

 

 

Begleitprogramm

 

13.12.2007
20.15. Uhr
Galerie 1 – 3
Eintritt: frei

Performance „Heimwehhotel“ von Josephine Freiberg

Seit nun schon fünf Jahren gibt es dieses elektronische Gerüst, für welches die Leipziger Künstlerin Josephine Freiberg verantwortlich zeichnet. In der Performance geht die Künstlerin der Rockband „Tocotronic“ an den Kragen, ob nun verdeckt in Klangteppichen oder bewusst rezitierend.

 

 

13.12.2007
21.00 Uhr
Kleine Bühne
Eintritt frei. Freikarten an der Abendkasse erhältlich

 

Konzert „The Arrival“

 

Die Band „The Arrival“ aus dem Münchner Osten, über die das Online-Magazin „lax mag“ bereits schrieb, „diese Jungs haben das Potential im englischsprachigen deutschen Indie-Pop einen Status zu erreichen, wie ihn Slut oder Miles einst innehatten“, begeistern mit ihrem Indie-Pop, der zwischen den Soundwelten von Bands wie „Snow Patrol“, „Editors“, „Coldplay“ oder „the Killers“ liegt, bereits seit über zwei Jahren ihre Zuhörer.

Durch Auftritte als Vorabend der Chartstürmer „Silbermond“ und bei vielen Festivals und Clubauftritten in und um München, aber auch bis hin nach Regensburg oder Salzburg gilt, „The Arrival“ als sympathische und faszinierende Live-Band, die auf der Bühne ein Feuerwerk aus hymnischen Melodien, wundervoll-klaren Gitarren Sounds und eingängigem Euphorie-Pop entzünden.

 

„The Arrival“: Mario Clement (Gesang, Gitarre), Timo Kuroschinski (Gitarre, Gesang), Muetzi Meckes (Bass, Gesang), Domi Thalmeier (Synthies, Keys), Piet Gerhardinger (Drums)

 

 

Dienstag 15.01.2008

Lesung und Diskussion

20.00 Uhr

Kleine Bühne

Eintritt: Erwachsene € 7,00; ermäßigt € 5,00

 

Dilek Güngör „Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter“

Güngör erzählt von der dreißigjährigen Berliner Journalistin Zeynep. Diese ist ihren Freund gerade losgeworden. Da klingelt bei ihren Eltern im Schwäbischen das Telefon. Großmutter Fatma in Anatolien liegt im Sterben. Widerwillig reist Zeynep in die Türkei. Sie kommt in eine ihr extrem fremde entbehrungsreiche Familienwelt, die der selbstgefällige Patriarch Onkel Mehmet regiert. Aber bald merkt Zeynep: es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. In langen Gesprächen erlebt die Deutsch-Türkin eine Großmutter, die schon vor 60 Jahren alles andere als hinter dem Mond gelebt hat.

Um die Rolle der Großmütter soll es in der anschließenden Diskussion gehen. MODERATION: Stephanie Gerlach (Dipl.-Sozialpädagogin, Trainerin in der Erwachsenenbildung und Autorin, München. PODIUM: Dilek Güngör (freie Autorin und Journalistin, Berlin), Sedef Özakin (Stadträtin, München), Friedel Schreyögg (Dipl.-Soziologin, Leiterin der Gleichstellungsstelle für Frauen der LH München, angefragt), N.N.

 

 

Mittwoch 16.01.2008

Kino

20.00 Uhr

Kleine Bühne

Eintritt: Erwachsene € 6,00; ermäßigt € 5,00

 

„Die Herbstzeitlosen“

von Bettina Oberli, CH 2006, 90 min.

Seit ihr Mann gestorben ist, hat Martha die Freude am Leben verloren. Ihr Dorfladen dümpelt trostlos vor sich hin. Ihr Sohn Walter, der alles andere als heilige Dorfpfarrer, möchte den Laden für seine Bibelgruppe nutzen und Martha würde am liebsten ihrem Mann ins Jenseits folgen. Zum Glück gibt es da noch die quirlige Lisi, die gegen die allgemeine Resignation ankämpft und Martha dazu bringt, ihren lang gehegten Traum – eine eigene Dessous-Boutique – zu verwirklichen. Und so wird aus dem braven Laden beinahe über Nacht ein sündiger Reizwäschetempel. Im kleinen Schweizer Ort Trub ist man solches nicht gewohnt, und schnell macht sich allerorten der Widerstand breit.

 

 

 

Donnerstag 17.01.2008

Kino

20.00 Uhr

Kleine Bühne

Eintritt: Erwachsene € 6,00; ermäßigt € 5,00

 

„Thomas Harlan – Wandersplitter“

von Christopher Hübner, D 2006/07, 96 min.

 

Wandersplitter geraten durch Verletzungen in den Körper, sind schwer zu orten, latent schmerzhaft und bewegen sich zielstrebig auf das Herz zu. Dieses Bild stammt von Thomas Harlan, dessen Leben und Denken sich in einem abendfüllenden Film aus größeren und kleineren Episoden bruchstückhaft zusammensetzt. In einem Lungensanatorium in Süddeutschland erzählt der 1929 geborene Sohn von Hitlers Lieblingsregisseur Veit Harlan Geschichten – persönliche, politische und „ohne Ich“. Seit 2001 ist Harlan in einem Raum zu Hause, mit Blick auf den Obersalzberg. „Hitler hätte mich hier sehen können“, deutet er auf das Panorama und schlägt so den Bogen zur eigenen Lebensgeschichte: Als Kind zu Gast bei Hitler, bei Kriegsende konfrontiert mit dem zerstörten Deutschland, als Naziverfolger in polnischen Archiven aktiv, lebenslang der zwiespältigen Anziehungskraft des Namens Harlan ausgesetzt. Auch wenn ihn mit dem Vater eine große Liebe verbindet – gegen den Propagandisten, der JUD Süß in Szene setzte, führte Sohn Thomas einen jahrzehntelangen Kampf. Zündete er anfangs noch Kinos an, die Filme seines Vaters zeigten, fragt er sich bis heute, wie der Vater nach Kriegsende weiter als Filmemacher arbeiten konnte, ohne persönliche Konsequenzen zu ziehen.

 

 

 

Freitag 18.01.2008

Kuratorenführung

19.00 Uhr

Galerie 1-3

Eintritt: Erwachsene € 2,00; ermäßigt € 1,00

 

Kuratorenführung mit Stefan-Maria Mittendorf

 

 

 

Ein Gemeinschaftsprojekt von Pasinger Fabrik GmbH und HGB, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig

 

 

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So jung kommen wir nicht mehr zusammen Ausstellung

Do, 13.12.

Vernissage

19.00 Uhr

Galerie 1-3

 

Eröffnung: Friedrich Graffe,
Sozialreferent der LH München

 

 

14.12.2007 – 20.01.2008

 

Öffnungszeiten: Di – So 16.00 – 20.00 Uhr

(geschlossen am 24. / 25. / 26. / 31.12.
und 01.01.)

 

Galerie 1-3

Eintritt: 2,00; ermäßigt 1,00

 

Karten:
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